Benutzername oder Passwort sind falsch

Bundesrat erteilt Zweitem Bürokratie-Entlastungsgesetz seine Zustimmung

Nach dem Bundestag hat am 12. Mai 2017 auch der Bundesrat dem „Zweiten Bürokratie Entlastungsgesetz“ seine Zustimmung erteilt. Damit können vor allem kleinere Betriebe und Handwerker von den beschlossenen Erleichterungen profitieren.

Folgende wesentliche Punkte sind im Gesetz enthalten:

  • Wegfall der Aufbewahrungspflicht für Lieferscheine
  • Erhöhung zu den Aufzeichnungspflichten für GwG von 150 auf 250 Euro
  • Anhebung der Grenze für eine quartalsweise Abgabe von Lohnsteueranmeldungen von 4.000 auf 5.000 Euro.
  • Erhöhung des Grenzwerts für die Lohnsteuerpauschalierung bei kurzfristiger Beschäftigung
  • Erhöhung des Schwellenwerts für umsatzsteuerliche Kleinbetragsrechnungen von 150 auf 250 Euro
  • Vereinfachte Fälligkeitsregelung für Sozialversicherungsbeiträge

 

Zu den Änderungen im Einzelne:

Lieferscheine

Für zugegangene Lieferscheine endet die Aufbewahrungsfrist künftig mit dem Erhalt der Rechnung, für abgesandte Lieferscheine endet die Aufbewahrungsfrist mit dem Versand der Rechnung.

 

GwG

Für sofort abgeschriebene GwG ist eine Aufzeichnung künftig nur noch erforderlich, wenn der Wert des Wirtschaftsgutes  250 Euro übersteigt (bisher 150 Euro). Zu den Aufzeichnungspflichten selbst ist es inhaltlich zu keiner Änderung gekommen. Die Grenze von 410 Euro ist ebenfalls unverändert geblieben.

 

Lohnsteueranmeldungen

Aktuell sind Lohnsteueranmeldungen quartalsweise abzugeben, wenn die abzuführende Lohnsteuer mehr als 1.080 Euro aber nicht mehr 4.000 Euro beträgt. Der letztgenannte Betrag wird ab 2017 auf 5.000 Euro erhöht.

 

Kurzfristige Beschäftigte

Für kurzfristige beschäftigte ist die Pauschalierungsgrenze 68 Euro durchschnittlicher Tageslohn auf 72 Euro durchschnittlichen Tageslohn angehoben worden. Diese Anpassung entspricht der Erhöhung des Mindestlohns.

 

Kleinbetragsrechnungen

Die umsatzsteuerliche Wertgrenze für Kleinbetragsrechnungen ist von 150 auf 250 Euro angehoben worden. Kleinbetragsrechnungen müssen folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Unternehmers, der die Leistung ausführt
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Ware oder Art und Umfang der sonstigen Leistung
  • anzuwendender Steuersatz
  • Ausweis des Bruttobetrags

 

Sozialversicherungsbeiträge

Gesamtsozialversicherungsbeiträge deren tatsächlicher Wert für den laufenden Monat noch nicht bekannt ist, können anhand des Wertes für den Vormonat beziffert werden. Mit dieser vereinfachten Lösung entfällt die bisherige Schätzung der Werte. Die sich ergebenen Abweichungen zur tatsächlichen Beitragsschuld müssen in der Entgeltabrechnung des Folgemonats rechnerisch berücksichtigt werden.

 

Die Änderungen treten grundsätzlich am Tag nach der Verkündung des Gesetzes in Kraft. Für die steuerlichen Änderungen kommt es zu einem rückwirkenden Inkrafttreten zum 01.01.2017.