Geopolitische Eskalation erhöht Handlungsdruck

Die aktuelle Eskalation rund um Iran erhöht – trotz der vereinbarten Waffenruhe – die Unsicherheit für Unternehmen deutlich. Betroffen sind insbesondere Energiepreise, Lieferketten, Finanzierungskosten, Marktvolatilität sowie Compliance- und Cyberrisiken. Unternehmen sollten daher ihr Risikomanagement, ihre Liquiditätsplanung und ihre Szenarioanalysen kurzfristig aktualisieren.

Aus prüferischer und betriebswirtschaftlicher Sicht sind insbesondere folgende Risikofelder in den Vordergrund zu rücken:

  1. Beschaffungs- und Lieferkettenrisiken
    Steigende geopolitische Risiken in Partnerländern können Importe verteuern, dämpfen und Lieferketten beeinträchtigen.
  2. Preis-, Margen- und Inflationsrisiken
    Steigende Öl-, Gas- und Logistikkosten können zu unmittelbaren Ergebnisbelastungen führen.
  3. Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken
    Geopolitische Schocks können sich über höhere Risikoaufschläge, volatile Kapitalmärkte und zurückhaltendere Kreditvergabe auf die Finanzierungssituation von Unternehmen auswirken.
  4. Sanktions-, Compliance- und Rechtsrisiken
    Die Anforderungen an Exportkontrolle, Geschäftspartnerprüfung, Zahlungsströme, Vertragsgestaltung und laufende Compliance-Überwachung steigen. Bereits geringe Fehlbeurteilungen können zu erheblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Schäden führen.
  5. Cyber- und operationelle Risiken
    Geopolitische Konflikte erhöhen typischerweise auch das Risiko von Cyberangriffen, Sabotagehandlungen und Ausfällen kritischer Infrastruktur.
  6. Rechnungslegungs- und Bewertungsrisiken
    Die aktuelle Lage kann Auswirkungen auf Planungsrechnungen, Werthaltigkeitstests, Vorratsbewertungen, Rückstellungen, Going-Concern-Annahmen und Lageberichtsangaben haben. Nach IDW-Sicht sind insbesondere die den Planungen zugrunde liegenden Annahmen und verwendeten Parameter kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.